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	<title>Leonhard Hieronymi &#8211; Leonhard Hieronymi</title>
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	<title>Leonhard Hieronymi &#8211; Leonhard Hieronymi</title>
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		<title>LIL SCHMUSIS</title>
		<link>https://leonhardhieronymi.com/lil-schmusis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leonhard Hieronymi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2020 10:58:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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<p>Das neue Album von Lil Uzi Vert ist geili. Aber der mit LUV vereinbarte Gesprächstermin konnte wegen des nationalen Notstands in den USA und dem Einreisestopp für Europäer leider nicht wahrgenommen werden. So schnell werden Fiktionen Realität.&nbsp;</p>



<p>Das Gespräch findet dennoch statt, wir reisen im Traum ins Grillrestaurant <em>Johnnie Bleu </em>in Philadelphia und tragen dabei Atemschutzmasken. Es ist einfach, im Traum zu reisen: So wie Nabokov, der sich Mitte der dreißiger Jahre in seinem Berliner Untermietzimmer nach Zentralasien träumte.&nbsp;</p>



<p>LUV sitzt schon an einem runden Aluminiumtisch und wartet, er hat eine Schale mit Crab Claws vor sich stehen. Er sieht süß aus, er ist der schönste. Wir geben uns Küsse links und rechts, wir kennen uns schon eine ganze Weile. Wir sind nicht zum ersten Mal hier. Er nickt kurz, er steht auf und deutet mit dem Kinn auf die Bedienung und ich lache.&nbsp;</p>



<p>Das Restaurant, in dem wir uns treffen, kann nur im Traum geöffnet sein.&nbsp;</p>



<p>Die Krabben-Saison wird in Neuengland gerade beendet (30.03.2020). In North- und South Carolina läuft sie das ganze Jahr über, also weiß niemand, woher die Krabben kommen, die Lil Uzi Vert isst. Die Krabben, die wir gleich zusammen essen.&nbsp;</p>



<p>Lil Uzi trägt einen Anzug aus dem Weltraum. Er ist so bunt, dass die Bedienung immer wieder laut aufschreit. Auf Uzis Atemmaske ist ein Wurmloch abgebildet, er trägt die obligatorische Königskette.&nbsp;</p>



<p>Wir essen und er sagt nicht viel und niemand sagt viel.&nbsp;</p>



<p>Im Song „Money Spread“, der sich auf der „Lil Uzi Vert vs. The World 2“ betitelten Deluxeversion des Albums „Eternal Atake“ befindet, rappt Uzi:&nbsp;</p>



<p><em>Oh my God</em></p>



<p><em>Yeah</em></p>



<p><em>Y&#8217;all niggas be workin&#8216; so hard</em></p>



<p><em>I don&#8217;t do nothin&#8216;</em></p>



<p><em>I don&#8217;t do shit</em></p>



<p>Wie lange also braucht man für ein Einzelwerk, das sich ins Gesamtwerk einreiht, wenn man ein Magier ist und den ganzen Tag eigentlich nichts tut?</p>



<p>„Die öffentliche Ausstellung der vermeintlichen Langeweile während der Großquarantäne ist das furchtbarste, was ich bisher von meiner Generation sehen musste“, sagt er und seine kurzen Locken fliegen ihm um die Wangen. „Bisher dachte ich, dass <em>jeder immer </em>am Werk arbeitet, egal ob Künstler oder nicht. Aber ich weiß jetzt, dass das nicht stimmt. Ich bin geschockt. Es gibt unendlich viel anzuschauen und zu hören und zu lesen und die Menschen sind trotzdem abgestumpft genug, um Langeweile zu empfinden. Ich bin in den letzten Wochen aus allen Wolken gefallen. Oder ist es überheblich, zu glauben, dass alle Menschen eine <em>Aufgabe </em>haben?“</p>



<p>Ich sage nichts.&nbsp;</p>



<p>Lil Uzi Vert verweist im Traum auf das Werk des größten Hexers unserer Y-Generation, <em>Lil B</em> aka. <em>The BasedGod</em>. Er zählt alle Alben des Rappers aus Berkeley aus dem Jahr 2011 auf, im Schlaf: <em>The Silent President</em>, <em>Angels Exodus</em>, <em>BasedGod Velli</em>, <em>Gold House</em>, <em>I Forgive You</em>, <em>Bitch Mob: Respect Da Bitch Vol. 1</em>, <em>Black Flame, Im Gay (Im Happy)</em>.&nbsp;</p>



<p>LUV verweist danach auf das Werk des Rappers <em>Future </em>aus dem Jahr 2011, es schwirrt einem schon der Kopf:&nbsp;</p>



<p>„2011 war vielleicht optometrisch kein so signifikantes Jahr wie 2020, aber es gab viele schöne Veröffentlichungen damals. <em>XXX </em>von Danny Brown, Jeeeesus. Das ist bald zehn Jahre her. Im Moment ist es sehr schwierig ein Werk irgendwo zu platzieren. Jeder mit einer <em>2020</em> unter dem Titel kann sich bekreuzigen vor Dankbarkeit.“</p>



<p>Es gibt in den Vereinigten Staaten von Amerika konkrete Zugänge zur Magie, zum Übersinnlichen, zur Natur, zum Teufel und der Hexerei. Lil Uzi Vert gilt bei vielen noch immer als satanistischer Rapper, weil er Marilyn Manson als Vorbild angibt und dessen Album <em>Mechanical Animals</em> als sein Lieblingsalbum.&nbsp;</p>



<p>Im Song <em>The Last Day On Earth </em>singt Manson:&nbsp;</p>



<p><em>I know it&#8217;s the last day on earth</em></p>



<p><em>We&#8217;ll be together while the planet dies.&nbsp;</em></p>



<p>Ob er, Uzi, alleine sei?</p>



<p>„Ich verweise jetzt nur auf meinen Song <em>I‘m Sorry</em>. Sorry“, sagt er.&nbsp;</p>



<p><em>Damn</em></p>



<p><em>She is banned, damn</em></p>



<p><em>She is banned, damn</em></p>



<p><em>Don&#8217;t call my phone at all</em></p>



<p><em>No, for real, for real</em></p>



<p><em>Don&#8217;t call me no more, like for real</em></p>



<p>„Aber es ist eine schwierige Situation für mich. Liebeskummer kommt gerade nicht zur besten Zeit. Wenn ich nochmal den <em>BasedGod</em> aus Berkeley zitieren darf: <em>I&#8217;m looking for a girlfriend / I don&#8217;t wanna be alone when the world end</em>.“</p>



<p>Er kneift die Augen zusammen. Er schaut sich um und schmatzt.&nbsp;</p>



<p>„Oder wenn es ein bisschen mehr sein darf:</p>



<p><em>You could live in the woods or stay in the hood</em></p>



<p><em>When I throw a party, it&#8217;s all good</em></p>



<p><em>You&#8217;re invited, even on the guest list</em></p>



<p><em>So read your text message</em></p>



<p><em>I&#8217;ll send you directions</em></p>



<p><em>My address, where&#8217;s the affection</em></p>



<p><em>I&#8217;m looking for a girlfriend</em></p>



<p><em>I don&#8217;t wanna be alone when the world end</em></p>



<p><em>When I&#8217;m in Richmond I drive Lexus</em></p>



<p><em>Worldwide from Cali to Texas</em>“</p>



<p>Wir sind uns einig, dass Lil B traurig und schön ist.</p>



<p>Dann reden wir über Satan:</p>



<p>„Marilyn Manson, dieser Mann ist Ehrenmitglied der <em>Church of Satan. </em>Ich dagegen bin eine Nullnummer. Die Leute denken, dass Lil Uzi Vert eigentlich Luzifer bedeutet, also wenn man es schnell ausspricht.“</p>



<p>Noch bevor ich die Frage stellen kann, sagt er:</p>



<p>„Nein, ich folge Marilyn nicht mehr auf Instagram. Trotzdem, ich kenne den Weg sehr genau, es ist der Weg, den auch Marilyn gegangen ist, mit einer besonderen Zutat! Zu einem WERK gelangt man nämlich nur durch kontrolliert ausgeführte Magie, und natürlich auch dem <em>Nichtstun</em>, der Verweigerung von Anstrengung.“</p>



<p>Wir verbringen noch ein paar Stunden zusammen im <em>Johnny Bleu</em>. Der DJ ist wie ein trotziges Kind und will Danny Brown nicht spielen.&nbsp;</p>



<p>Wir verlieren eine Sonnenbrille, 200$ und eine Lederjacke von <em>Balmain </em>(dreimal darf man raten).</p>



<p>In der Nacht von Philadelphia hält Lil Uzi Vert einen Monolog:</p>



<p>„Letztes Jahr im Dezember habe ich eine Reise ins Shugan-Gebirge unternommen. Es ist so, verstehst du: man muss immer auf der Suche sein. Ich habe mir ein künstliches Ziel gesucht, es war einerlei, aber ich reise niemals ohne <em>Grund</em>. Ich reise niemals, um <em>Urlaub </em>zu machen oder mal <em>raus zu kommen</em>. Das einzige Ziel, das ich hatte, war, im Shugan das Gesamtwerk von Miles Davis zu hören und neue Songs zu schreiben. Das klingt jetzt verklärt oder verschroben, aber letztendlich war das für mich sehr wichtig. Und eigentlich war diese Reise ein Geheimnis, niemand wusste davon.“</p>



<p>Die Stadt schließt.</p>



<p>LUV krächzt und hustet, er nimmt einen Zug von einem großen Joint und sagt dann, den Kopf in den Nacken gelegt:</p>



<p>„I‘m shittin with you. Was will ich im Shugan Gebirge? Ich war nirgendwo. Nirgendwo. Dachte nur, dass du sowas hören willst.“</p>



<p>„Gotya“, sage ich.&nbsp;</p>



<p>Wir stehen uns gegenüber, es ist tiefschwarze Nacht auf den Straßen von Philly.&nbsp;</p>



<p>Lil U will mir einen Zettel in die Hintertasche meiner Jeans stecken. Er lacht dabei und der Zettel fällt auf den Boden Philadelphias. Er hebt ihn auf und liest ihn noch einmal, bevor er ihn mir gibt.&nbsp;</p>



<p>Ich glaube, dass mir diese Szene bekannt vorkommt.&nbsp;</p>



<p>Er sagt, dass wir uns nicht die Hand geben dürften bei der Verabschiedung, nicht aus Hygienegründen, das sei egal, schließlich hätten wir uns ja auch schon geküsst heute, aber es würde einfach Unglück bringen in <em>solchen Zeiten</em>.</p>



<p>„Ich habe seit vier Wochen niemandem mehr <em>Goodbye </em>gesagt“, sagt er.&nbsp;</p>



<p>Ich betrachte die Pistole in seiner Hand.&nbsp;</p>



<p>Wir haben uns nicht verabschiedet.&nbsp;</p>



<p>Am nächsten Morgen bin ich im Reich der <em>unknown witch</em>, einer Freundin Lil‘s. Ihr Kopf steht in schwarzen Flammen, sie ist nackt, sie ist eintausend Meter groß, sie schaut mich an.&nbsp;</p>



<p>Ich frage die Hexe nach Lil Uzi.&nbsp;</p>



<p>Ihr Mund öffnet sich und ich sehe Lil. Ihm hängt ein Joint im Mundwinkel, er schwimmt in einem See aus hunderten Köpfen, was die Oberfläche der Zunge der unbekannten Hexe ist.&nbsp;</p>



<p>Ich denke wie ein Kind aus Arzano, was ein Vorort von Neapel ist.&nbsp;</p>



<p>Kurz habe ich furchtbare Angst um den Rapper Lil Uzi Vert. Aber dann sagt er etwas, das mich beruhigt.&nbsp;</p>



<p>Lil Uzi verschwindet lächelnd in einem schwarzen Loch in der Zunge der unbekannten Hexe.&nbsp;</p>



<p>Zum Glück steht das, was er sagen wollte, auch auf dem Zettel in meiner Hosentasche.&nbsp;</p>



<p>Ich nicke der Hexe zu.</p>



<p>Der Mund der Hexe schließt sich.&nbsp;</p>



<p>Ich lege mich in ihre Arme. </p>



<p></p>



<p><em>Lil Schmusis ist erschienen in Ausgabe #21 des Magazins WETTER</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>In zwangloser Gesellschaft (Auszug)</title>
		<link>https://leonhardhieronymi.com/in-zwangloser-gesellschaft-auszug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leonhard Hieronymi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2020 10:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>ICH WOLLTE INS REICH DER TOTEN hinabsteigen, um mich zu entschuldigen. Vor zehn Jahren hatte ich, in Begleitung meiner zwei Cousins und meines Bruders, während einer Führung durch die Katakombe des heiligen Kallistus einen mir bis heute unbegreiflichen Lachanfall bekommen und alle anderen damit angesteckt. Selbst in den Grabkammern der Päpste konnten wir uns im Moder der Jahrhunderte nicht beherrschen, und das Krächzen meines Bruders, das in Weinkrämpfe überging, ließ mich, trotz der wütenden Ermahnungen des Katakombenführers, vor Bauchschmerzen und Atemnot immer wieder gegen die Steinsärge schlagen. Wir hielten uns aneinander fest wie Besoffene und torkelten durch die Krypten. Der kollektive Anfall war so stark, dass uns der Fremdenführer mit allen möglichen Mitteln zu trennen versuchte – ohne Erfolg. Selbst als uns Totenschädel und mumifizierte Hüftknochen im Vorbeigehen streiften, konnten wir uns nicht zusammenreißen. Wir versuchten uns an die traurigsten Sachen zu erinnern, die jemals passiert waren, nicht nur uns, sondern der Welt und Europa – dem ganzen großen Weltfriedhof Europa! –, aber es war zwecklos.</p>



<p>Sowohl die Touristen als auch der Führer der Gruppe hassten uns dafür. Sie ließen uns, weil wir uns nur noch gekrümmt fortbewegen konnten, irgendwann hinter der Krypta der heiligen Caecilia stehen, und dann kauerten wir alleine im Dämmerlicht, und das Lachen wurde leiser. Dass wir zurückgelassen wurden, bremste ein wenig unsere Ekstase, obwohl es kaum Abzweigungen gab und man sich nicht großartig verlaufen konnte. Wir hörten die immer schneller werdenden Trippelschritte der Italiener, Chinesen, Japaner, Russen und Franzosen, wir hörten leise Stimmen und Gekicher. Wollten sie uns in einen Hinterhalt locken?<br>Irgendwann verstummten die Geräusche der großen Gruppe im Nichts, und wir waren uns sicher, dass man uns hier unten alleine und in der Dunkelheit verschwin- den lassen würde. Wir hörten auf zu kichern, mein Bruder wischte sich eine letzte Träne aus den Augenwinkeln, und dann bekamen wir Gänsehaut im Nacken. Keiner von uns traute sich, nach hinten zu schauen, in die Richtung, aus der wir gekommen waren, denn dort lagen nicht nur über eine halbe Million Tote, sondern auch sechzehn Päpste. (Und wir waren in unseren bisherigen Leben alles andere als fromm gewesen – aber alle vier katholisch.)<br>Nach einiger Zeit erreichten wir den Fuß der Treppe, die aus der Unterwelt führte. Als mein Cousin Gianni die erste Stufe betrat, ging im gesamten Tunnel- und Katakomben- system des ersten Hauptfriedhofs der christlich-römischen Gemeinde das Licht aus. Dunkelheit umgab uns, wir konn- ten den Ausgang von hier unten nicht erkennen, draußen dämmerte es bereits. Es war kurz nach Weihnachten.<br>Da aber schoss die Luft wieder durch die Lungen, und der nächste, diesmal leicht panische Lachanfall überkam uns, während wir uns an den Wänden der Katakombe nach oben tasteten.<br>Anders als Aeneas, der Held der griechisch-römischen Mythologie, waren wir an diesem Abend vor über zehn Jahren nicht geläutert und weinend aus dem Totenreich zurück zu den Lebenden gekehrt, sondern so schlau wie vorher.<br>Dann aber, am selben Abend, fragten wir uns doch, ob nicht die Angst vorm Sterben und Verschwinden dieses Lachen ausgelöst hatte.<br>Als uns der Hobby-Archäologe, der uns durch die Katakombe geführt hatte, an der Erdoberfläche wiedersah und ihm klar wurde, dass er mit dem Ausschalten des Lichts niemandem hatte Angst einjagen können, blitzte es in seinem Gesicht in der Dämmerung noch einmal vor Wut weiß auf, dann drehte er sich um und schritt ächzend über den Sandboden in Richtung Via Ardeatina davon, wo er zwischen zwei Zypressen in der Dunkelheit verschwand.</p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-large"><img src="/wp-content/uploads/2020/03/e20e07fe-1aca-42f5-a90e-bad562262d55.jpeg" alt="" class="wp-image-791"/></figure>



<p></p>
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		<item>
		<title>Materialien zur Kritik Jodie Fosters</title>
		<link>https://leonhardhieronymi.com/materialien-zur-kritik-jodie-fosters/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leonhard Hieronymi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2020 11:10:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<p>Im März 1987 gondelt Bruce Chatwin, Meister der Lüge und Zerstörer des Gewöhnlichen, durch Ghana, um mit Werner Herzog in der Ayatollah Drinks Bar Bier zu trinken. Zuvor hat er, 17 Jahre nach dem Unterschreiben des Vertrags, in Indien die Arbeit an <em>The Songlines</em> abgeschlossen. <em>The Songlines</em> ist, laut Chatwin »zum Missvergnügen der Verleger«, von ihm selbst als Roman betitelt worden. In ihm tauchen erfundene Figuren auf, die mit dem Erzähler in den Dialog treten. Daneben fügt Chatwin dem Informationen aus Tage- und Notizbüchern hinzu, zitiert seitenlang Rimbaud, Buddha und Meister Eckhart und beschreibt immer wieder, in der klassischen Form des Berichts und des essayistischen Erzählens, den Schöpfungsmythos der australischen Ureinwohner und seine Reise durch Australien. Chatwin leidet zur Zeit der Niederschrift an einem Pilz namens Penicillium marneffei, der in der südwestchinesischen Provinz Yunnan sein Knochenmark befallen hat und sich von dort weiter ausbreitet. Dieser Pilz wird nur bei ihm, zehn toten chinesischen Bauern, einer handvoll Thailändern und einem Killerwal vor der arabischen Küste festgestellt. Er ist für eine Zeit lang der einzige lebende Mensch mit dieser Krankheit, obwohl er zur Zeit des Befalls höchstwahrscheinlich schon an Pre-AIDS erkrankt ist, an dessen Folgen er 1989 stirbt.</p>



<p><em>Materialien zur Kritik Jodie Fosters.</em> Sukultur, Berlin 2020. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img src="/wp-content/uploads/2020/02/d1801fc8-99e9-432d-b94f-73cad88e3ffc.jpeg" alt="" class="wp-image-775"/></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Falke auf eine Taube stoßend</title>
		<link>https://leonhardhieronymi.com/falke-auf-eine-taube-stosend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leonhard Hieronymi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2019 11:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wir saßen beide auf unseren Fahrrädern, er kreuzte meinen Weg von rechts kommend. Erhaben wie ein Falke, der auf mich – die Taube auf dem holländischen Damenrad – hinab stieß. Das war unsere erste Begegnung. Wir winkten uns zu und schlossen unsere Fahrräder an der Mauer des Dreifaltigkeitsfriedhofs II ab. Wir gaben uns die Hand und ich war kurz versucht, ihn zu siezen, aber dann dachte ich: „Kunst ist doch keine Regressionsstufe.“ </p>



<p><em>Falke auf eine Taube stoßend. </em>In: Hank Schmidt in der Beek: <em>Der fünfte Kanister</em>. Starfruit Publications, Nürnberg 2019. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ihr werdet noch sehen, wie schnell wir sind!</title>
		<link>https://leonhardhieronymi.com/ihr-werdet-noch-sehen-wie-schnell-wir-sind/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leonhard Hieronymi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2018 11:34:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere erste Band gründeten wir in einem großen zweistöckigen Gebäude mit quadratischem Grundriss, da war ich gerade 16 geworden. Die... </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap">Unsere erste Band gründeten wir in einem großen zweistöckigen Gebäude mit quadratischem Grundriss, da war ich gerade 16 geworden. Die Räume dieses Gebäudes hatten riesige Fenster, deren Glasscheiben mit den Jahren von oben milchig weiß angelaufen waren. Im Erdgeschoss des Gebäudes gab es ein „Forum“, einen einzigen großen Raum, in dem wir uns im Spätsommer oder zu Trauerfällen versammelten.</p>



<p></p>



<p></p>



<p>Die Anthologie&nbsp;<em>Mindstate Malibu&nbsp;</em>ist 2018 bei&nbsp;<em>starfruit publications&nbsp;</em>erschienen. Darin befindet sie die oben zitierte Erzählung.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Babylon Blut Club</title>
		<link>https://leonhardhieronymi.com/babylon-blut-club/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Leonhard Hieronymi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 14:13:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Babylon Blut Club war ein in Mainz gegründeter Literaturverein mit vier Mitgliedern. Er bestand ein Jahr lang, bevor er... </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Babylon Blut Club war ein in Mainz gegründeter Literaturverein mit vier Mitgliedern. Er bestand ein Jahr lang, bevor er in <em>Wassersportfreunde Babylon e.V.</em> umbenannt und ins Fränkische verlegt wurde.</p>
<p><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-681" src="https://leonhardhieronymi.com/wp-content/uploads/2019/05/8b8dd7c0-f90c-4a91-916c-8e3438b27baa.jpeg" alt="" width="508" height="714" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Babylon Blut Club</em> ist im November 2017 bei Sukultur erschienen.</p>
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